Kompressionsstrümpfe

Kompressionsstrümpfe sind ein medizinisches Hilfsmittel, das Ihnen bei Venenerkrankungen vom Arzt verordnet wird. Die Strümpfe unterstützen den besseren Blutfluss im Bein und helfen auch nach Thrombosen. Wichtigste Eigenschaft ist die exakte Passform, die durch Vermessen erreicht wird. Diesen Service bietet Ihnen ein Sanitätshaus an.

Tauschen Sie die Kompressionsstrümpfe halbjährlich aus, um immer den optimalen Druck auf Ihre Beine zu erreichen. Erhältlich sind sie in vier Kompressionsklassen, modischen Farben und auch als Strumpfhosen. Zu unterscheiden ist davon der einfache Stützstrumpf, der Menschen mit gesunden Venen prophylaktisch zu empfehlen ist sowie der Anti-Thrombosestrumpf im Krankenhaus.

Kompressionsklassen: Diese Strümpfe brauchen Sie

Es bestehen vier Druckklassen, die sich durch die Festigkeit des Materials unterscheiden.

Klasse 1: leichte oder beginnende Krampfaderbildung (vor allem bei Schwangeren), schwere und müde Beine

Klasse 2: ausgeprägte Krampfadern, Schwellungen, oberflächliche Venenentzündungen, nach Operation wie Verödungsbehandlungen

Klasse 3: nach Thrombose und Abheilen von Unterschenkelgeschwüren, bei chronischer Veneninsuffizienz und Hautveränderungen

Klasse 4: noch schwerere Krankheitsbilder als Klasse 3, Lymphödeme

Was bewirkt eine Kompression?

Die Kompression der venösen Gefäße bewirkt eine Verkleinerung ihres Querschnitts und dadurch eine Steigerung der Flussgeschwindigkeit des Blutes. Der venöse Rückfluss zum Herzen wird erhöht, während der pathologische Reflux bei insuffizienten Venenklappen reduziert wird.

Wann muss man eine Kompression tragen?

Die Kompression erleichtert und beschleunigt den Blutfluss. Das Blut staut sich nicht mehr in den Beinen. Je öfter Kompressionsstrümpfe getragen werden, umso effizienter können sie wirken. Jedoch sollten die Druck erzeugenden Strümpfe nachts nicht getragen werden.

Welche Strumpfarten sind erhältlich?

Die Begriffe, die man zu den einzelnen Strumpfarten findet, können verwirrend sein. Deshalb klären wir Sie im Folgenden darüber auf. Unterschieden wird zwischen

a) Kompressionsstrümpfen

Umgangssprachlich werden sie auch als Thrombosestrümpfe bezeichnet, jedoch erklärt der Begriff Kompression bereits, wobei Ihnen diese Strümpfe helfen können. Sie erzeugen Druck auf die Venen in Ihren Beinen und unterstützen damit die Venenklappenfunktion, so dass die Durchblutung regelmäßiger wird. Damit können Sie auch effektiv die Gefahr einer Thrombose mindern. Das Wichtigste: Kompressionsstrümpfe müssen exakt sitzen! Es gibt zudem flach- und rundgestrickte Kompressionsstrümpfe. Flachgestrickte Modell werden bei Lymph- und Lipödem-Erkrankungen eingesetzt.

b) Stützstrümpfen

Diese sind ein vorbeugendes Mittel gegen schwere, müde Beine. Sie können Sie im Fachhandel – angelehnt an Schuh- oder Konfektionsgrößen – erwerben. Empfohlen wird diese Form unter anderem bei langen Reisen, zum Beispiel im Flugzeug oder im Auto, wenn Bewegungsmangel herrscht genauso wie bei langem Stehen oder Sitzen. Haben Sie jedoch schon eine Venenerkrankung, reichen Stützstrümpfe allein nicht mehr aus, da sie dünner und nur rundgestrickt sind und damit nicht den notwendigen Druck erzeugen. Sie fallen unter Prophylaxe, deshalb zahlt die Krankenkasse nichts dazu. Trotzdem sind sie eine Überlegung wert, wenn Sie lange unterwegs sind und einer Reisethrombose vorbeugen wollen.

c) Anti-Thrombosestrümpfen

Verwendung findet diese Strumpfart im Krankenhaus nach einer Operation. Sie werden auch als Thromboseprophylaxestrümpfe geführt und nur in Weiß mit offenen Zehen hergestellt. Geeignet sind Anti-Thrombosestrümpfe für liegende und sitzende Patienten, die sich eben gerade nicht bewegen können. Sie sollten alle zwei Tage ausgetauscht werden. Sobald man sich wieder selbst bewegen kann, wird ein anderes Material benötigt (Kompressionsstrumpf).

Maßgefertigt: das Sanitätshaus hilft Ihnen

Die Strümpfe sollten unbedingt ausgemessen werden. Dafür nimmt die Fachkraft im Sanitätshaus die Umfänge der Beine an genau definierten Stellen. Nach den ermittelten Maßen wird dann entschieden, ob eine Maßanfertigung notwendig ist oder eine Serienversorgung ausreicht. Der beste Zeitpunkt zum Vermessen ist morgens, wenn sich noch kein Wasser (Ödem) eingelagert hat. Achten Sie darauf, dass beide Beine gemessen werden, da sie oft unterschiedlich sind.

Wichtig: Das An- und Ausziehen der Kompressionsstrümpfe erhalten Sie bei Bedarf auf ärztliche Verordnung.